How To: Linux installieren
Allgemeine Schritt-für-Schritt Anleitung zur Installation einer Linux Distribution
Diese Anleitung gibt dir einen groben Überblick der notwendigen Schritte, die bei den meisten Linux Distributionen in sehr ähnlicher Weise funktionieren. Sie richtet sich an Personen, die bereits Vorerfahrung mit Betriebssystem-Installationen haben (z.B. mal Windows installiert haben, wissen was eine ISO-Datei ist und wie man in das BIOS oder Boot-Menü eines PCs gelangt).
1. Vorbereitung
Wähle eine Linux Distribution deiner Wahl.
Die folgende Liste enthält beliebte Linux Distributionen. Grundsätzlich kann jede Distribution für jeden Zweck perfektioniert werden - wenn man weiß wie es geht.
Die Beschreibung dahinter soll dennoch einen Hinweis darauf geben, was die Distribution besonders gut macht, bzw. was sie als Standardinstallation auszeichnet, ohne dass Anpassungen durchgeführt werden.
Dies basiert dabei jedoch auf meiner eigenen Erfahrung. Je nach Situation (eingesetzte Hardware, etc.) haben andere Nutzer ggf. andere Erfahrungen gemacht.
Linux Mint
- Besonders einsteigerfreundlich
- Ein rundes Gesamtpaket für viele Zwecke
- Weniger gut für Gaming geeignet, da der technische Unterbau nicht ganz zeitgemäß ist
- Wenn du Standardaufgaben am PC erledigen willst ist diese Distribution die perfekte Wahl!
Tuxedo OS
- Individuell anpassbar
- Modern und stabil mit aktuellen Technologien
- Gut geeignet für Anfänger und für Gaming
Ubuntu
- Weit verbreitet (nimmt jedoch ab)
- Moderner Look
- Oft langsam aufgrund der Art und Weise wie manche Programme installiert sind
- Weniger gut geeignet für Gaming
Fedora
- Modern und stabil mit aktuellen Technologien
- Gut geeignet für Gaming
- Systemupdates dauern ggf. lange
Debian
- Stabil und bewährt
- Oft für Server eingesetzt
- Bei wenig Linux Kenntnis weniger gut geeignet für Gaming, da die angebotenen Softwarepakete nicht die aktuellsten sind
Bazzite
- Schnell und modern
- Perfekt für Gaming
- Bei AMD GPU gut als Konsolen oder Handheld PC (da Steam Big Pictue Modus zum Einsatz kommt, andere GPUs werden hierfür noch nicht unterstützt)
- Weniger gut geeignet für Arbeit und Standardaufgaben
Arch Linux
- Für fortgeschrittene Anwender, die ein individuelles System und neuste Software schätzen
- Je nach Einrichtung kann das System für alle Zwecke perfektioniert werden
- Aufgrund der Architektur erfordert es ein hohes Maß an Linux Kenntnisse und regelmäßige Pflege
- Updates können mit der Zeit zu Problemen führen die händische Eingriffe erfordern
- Es bietet keine grafische Oberfläche während der Installation!
CachyOS
- Modern und besonders schnell
- Optimiert für Gaming
- Updates können mit der Zeit zu Problemen führen die händische Eingriffe erfordern
Manjaro
- Modern, schnell und besonders einsteigerfreundlich
- Gutes Gesamtpaket für viele Zwecke, inklusive Gaming
- Updates können mit der Zeit zu Problemen führen die händische Eingriffe erfordern
Hast du eine Entscheidung getroffen? Dann suche die entsprechende Website der Linux Distribution auf und lade dir die ISO-Datei für die Installation herunter. Manche Distributionen bieten mehrere Optionen einer ISO-Datei an (z.B. Manjaro). Diese unterscheiden sich von der Art und Weise der Bedienung (also welche sogenannte Desktop Umgebung vorinstalliert ist). Manchmal erfolgt der Download der ISO-Datei auch über Torrents.
Beliebte Dekstop Umgebungen sind:
KDE Plasma
- Einfach in der Standardausführung und dennoch individuell anpassbar mit vielen Optionen
- Standardmäßig traditionelle Bedienung - wer Windows 7 mochte wird sich hier wohl fühlen
- Moderner look
GNOME
- Einfache Bedienung mit wenig Schnikschak und viel Übersicht
- Wenig Optionen für individuelle Anpassung
- Sehr moderner look mit viel Freiraum
Xfce
- Besonders ressourcensparend
- Individuell anpassbar mit viel Optionen
Cinnamon
- Traditionelle Bedienung mit modernem Look
- Ausreichend Optionen für individuelle Anpassung
- Besonders einsteigerfreundlich
2. Erstellen eines bootfähigen USB-Sticks
Nutze ein geeignetes Werkzeug, wie z.B. Rufus oder Etcher, um das heruntergeladene ISO-Image auf einen USB-Stick zu übertragen (bereits vorhandene Daten auf dem USB-Stick gehen dabei verloren). Der USB-Stick ist anschließend startfähig, das heißt der Computer lädt sein Betriebssystem vom USB-Stick anstatt von der integrierten Festplatte/SSD.
3. Vorbereitung des Rechners
Deaktiviere ggf. das Secure Boot feature des Rechners auf dem Linux installiert werden soll, um bei der Installation nicht auf Probleme zu stoßen. In die Firmware/BIOS-Einstellungen deines Mainboards gelangst du häufig über Tasten wie F2, F11, F12 oder auch Entf.
Stecke den eben vorbereiten USB-Stick in den Rechner auf dem Linux installiert werden soll. Starte den Rechner neu und rufe das Boot-Menü auf (häufig ebenfalls über Tasten wie F2, F11, F12 oder auch Entf). Wähle den USB-Stick als Bootmedium.
4. Installation der Linux Distribution
Der Rechner startet nun das Betriebssystem auf dem USB-Stick mit dessen Hilfe wir die Installation der Linux Distribution durchführen. Hierzu den Anweisungen der Installations-Assistenten folgen.
Manchmal bietet der Installations-Assistent an, ein evtl. bereits installiertes System auf dem Rechner bestehen zu lassen und Linux nebenbei zu installieren. In dem Fall wir man mit jedem Start des Rechner aufgefordert eines der installierten Betriebssysteme zu starten.
Starte den Installationsvorgang und warte bis dieser abgeschlossen ist.
5. System fertig einrichten
Wenn die Installation abgeschlossen ist, entferne den USB-Stick und starte den Rechner neu (falls dies nicht bereits automatisch geschieht).
Mit dem nächsten Start des Rechners sollte Linux starten. Konfiguriere dein neues Linux-System weiter. Installiere ggf. Updates und zusätzliche Software, wie z.B. Treiber für die Grafikkarte (in der Regel ist das nur für Nvidia Grafikkarten notwendig).
Die meisten Linux Distributionen führen dich bei dem ersten Start durch einen Assistenten, welcher diese Schritte durchführt.
Nächste Schritte: How To: Gaming auf Linux
Hilfe
Falls du auf spezifische Probleme stößt oder weitere Details benötigst, lohnt sich ein Blick in diverse Dokumentationen der Linux Community. Zum Beispiel die offizielle Dokumentation deiner Linux Distribution, aber auch die der anderen Distributionen können sehr Hilfreich sein. Das ArchWiki und Gentoo Wiki sind beliebte Anlaufstellen für Tutorials und Problembehebungen oder auch einfach nur um Wissen anzueignen.
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